
Europa erzählen können

Gespräch & Lesung
Mit Robert Menasse (Österreich)
Moderation: Denis Scheck
Das Internationale Donaufest setzt sich für ein geeintes, starkes und demokratisches Europa ein. Robert Menasse, einer der bedeutendsten zeitgenössischen österreichischen und europäischen Schriftsteller, widmet sich den realen Herausforderungen der Europäischen Union als ein komplexes und ambivalentes Projekt. Zugleich geht er der Frage nach, wie sich die Wirklichkeit der EU literarisch überzeugend erzählen lässt. Den zahlreichen Reaktionen von Kritik und Publikum zufolge gelingt ihm dies in eindrucksvoller Weise.
Besonders sichtbar wird dies in seiner Trilogie der sogenannten „EU-Romane“ – „Die Hauptstadt“ (2017), „Die Erweiterung“ (2022) sowie einem dritten, derzeit in Arbeit befindlichen Roman – ebenso wie in der kürzlich erschienenen Novelle „Die Lebensentscheidung“.
Mit seinem Blick auf bürokratische Strukturen und politische Mechanismen zeigt Menasse die unmittelbare Verbindung zwischen dem Alltag des einzelnen Menschen, seiner Intimsphäre und den Entscheidungen der hohen Politik. Dabei thematisiert er sowohl die beiderseitige Verantwortung als auch das demokratische Defizit politischer Prozesse innerhalb der EU.
Über die Rollen von Humor, Ironie und lyrischem Erzählton im „Erzählen Europas“ und über den Sinn politischer Utopie spricht der Autor mit dem Literaturkritiker Denis Scheck. Zudem liest Robert Menasse Auszüge aus seiner Novelle „Die Lebensentscheidung“, die sich mit existenziellen Fragen auseinandersetzt.
Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den »Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb«. Menasse lehrte anschließend sechs Jahre – zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie – an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u.a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Österreichischen Kunstpreis für Literatur und den Deutschen Buchpreise. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Österreichischen Kunstpreis für Literatur, den Deutschen Literaturpreis, den Preis des Europäischen Buches…
Denis Scheck zählt zu den einflussreichsten Literaturkritikern Deutschlands. Er ist Autor und Moderator zahlreicher Literaturformate und Fernsehsendungen. Beim 14. Internationalen Donaufest moderiert er im Rahmen des Literaturprogramms.
Büchertisch: Jastram
In Kooperation mit: